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Einsatzbilanz 2019 der NÖ Feuerwehren

Auch wenn die Einsatzstatistik der gesamten NÖ Feuerwehren für 2019 eine insgesamt rückläufige Tendenz zeigt (-7,69%), so liefert sie dennoch den Beweis, dass die zunehmenden Trockenperioden und Hitzewellen wieder für deutlich mehr Brände (+6%) sorgen.

Einsatzbilanz 2019 der NÖ Feuerwehren Die Noe Feuerwehren starteten 2019 gleich am 2. Jaenner mit einem Grossbrand auf einem Bauernhof in Kollmitz im Bezirk Melk in das neue Jahr: 100 Rinder konnten aus den Flammen gerettet werden. Ebenso mehrere Nebengebaeude des Gehoefts.

Bereits wenige Tage spaeter zeigten die ersten Auslaeufer der sich rasch ausbreitenden Schneekatastrophe im Noe Voralpengebiet ihre chaotischen Auswirkungen: Wie so oft im Winter musste die Aussenringautobahn zwischen dem Knoten Voesendorf und dem Knoten Steinhaeusl wieder einmal fuer den gesamten Verkehr gesperrt werden.

Noch bevor die Noe Feuerwehren im Jaenner mit einem personellen und technischen Grossaufgebot - organisiert in mehreren Katastrophenzuegen - zum Kampf gegen das bedrohliche Schneechaos in den Regionen rund um das Hockar und den Annaberg ausruecken mussten, lieferte fast zeitgleich eine europaweite Umfrage den Beweis: 93 Prozent der Bevoelkerung haben zu Feuerwehrleuten das groesste Vertrauen. Es war wieder der 1. Platz am Stockerl.

Am 8. Jaenner war es schliesslich soweit: In den Regionen rund um das Hochkar, Annaberg, Mitterbach und St. Aegyd lief einer der arbeitsintensivsten Katastropheneinsaetze seit dem Jahrhunderthochwasser 2013 an. Hunderte Haeuser versanken unter einer meterhohen Schneelast, viele Daecher drohten einzustuerzen. 10 Tage kaempften 2200 Feuerwehrmitglieder aus weiten Teilen Niederoesterreichs um das Hab und Gut vieler verzweifelter Menschen.

Damit nicht genug, fiel zudem in vielen Haushalten der Strom aus. Die Folgen waren dramatisch: Heizungen kuehlten aus, Wasserhaehne blieben trocken, in den eigenen vier Waenden blieb es finster. Mit zehn leistungsstarken Notstromgeneratoren hielt die Feuerwehr das Leben in den betroffenen Haushalten ueber viele Tage aufrecht.

Die Schneekatastrophe in Zahlen:

Im Einsatz: 2200 Feuerwehrmitglieder
28.000 Arbeitsstunden
437 Einsatzfahrzeuge
23 Katastrophenhilfszuege
300 Haushalte mit Notstrom versorgt
320 Hausdaecher abgeschaufelt

123 Waldbraende (+41%):

Wochenlange Trockenheit fuehrte 2019 zu einer deutlichen Zunahme bei den Waldbraenden. Das erste Feuer ist am 6. April in Tuernitz, in der schwer zugaenglichen und steilen Traisenbachrotte ausgebrochen. Die Brandbekaempfung wurde auch von der Flugdienstgruppe des Noe Landesfeuerwehrverbandes sowie mit Hubschraubern der Polizei unterstuetzt.
Danach ging es Schlag auf Schlag. Waehrend der Sommermonate des Vorjahres wurden die Noe Feuerwehren zu insgesamt 123 Waldbraenden alarmiert. Im Vergleich zu 2018 eine Zunahme um 41 Prozent.

803 Wiesen und Felder abgebrannt (+12%):

In den trockenen Fruehlings- und Sommermonaten gingen zudem 803 Wiesen und Feldern in Flammen - ein Plus von 12 Prozent.

110 Bauernhoefe in Flammen (+26%):

Mehr als ein Viertel mehr Braende meldet die juengste Statistik in landwirtschaftlichen Betrieben. 110 Bauernhoefe, Wirtschaftsgebaeude, Staelle und Scheunen wurden 2019 ein Raub der Flammen. Der Schaden ging in die Millionen, gleichzeitig konnten durch den raschen Einsatz der Loeschkraefte insgesamt mehr als 1000 Stiere, Rinder, Schweine, Huehner, aber auch viele Nebengebaeue gerettet werden.

499 Braende in Gewerbe und Industrie (+7%):

Grosse Gefahren und Risiken drohen den Einsatzkraeften bei Braenden in Gewerbe- und Industriebetrieben. Auch in diesem Segment wurden 2019 wieder mehr Braende gemeldet - insgesamt 499.

1207 Menschen gerettet (+15%):

Obwohl die Zahl der Verkehrsunfaelle (8992) im Vorjahr eine fast gleichbleibende Tendenz zu 2018 aufweist (-0,37%), sind die lebensrettenden Aktionen mit hydraulischen Bergegeraeten aus schwer deformierten Fahrzeugen deutlich gestiegen - von 1053 auf
1207.

1652 Tiere aus Zwangslagen befreit (+188%):

Eine explosionsartige Steigerung war 2019 im Bereich der Tierrettungen zu bemerken. Dafuer waren nicht zuletzt die vielen Braende in landwirtschaftlichen Betrieben verantwortlich. Das Einsatzspektrum in diesem Segment ist vielfaeltig. Es reicht von der verstiegenen Katze am Baum, ueber in Zaeunen verfangene Wildtiere bis zu in Jauchegruben oder Fluessen gestuerzte Rinder.

300 verletzte Feuerwehrmitglieder:

Trotz intensiver und professioneller Ausbildung lassen sich Unfaelle bei Einsaetzen nicht verhindern. 300 Feuerwehrmitglieder mussten 2019 nach verschiedenen Verletzungen medizinisch betreut werden. Sieben Feuerwehrleute erlitten schwere Verletzungen und befanden sich mehr als zwei Monate im Krankenstand. Die Palette der Verletzungen reichte von Bruechen, ueber Baenderrisse bis zu schweren Schnitt- oder Brandwunden. Der Grossteil der medizinischen Interventionen bezog sich auf Zerrungen, Prellungen und Hautabschuerfungen. In besonderen Haertefaellen wird verletzten Feuerwehrmitgliedern mit Geld aus dem verbandseigenen Unterstuetzungsfonds unter die Arme gegriffen.

Besondere Projekte:

Eroeffnung Containerterminal: 80 Abstellplaetze fuer Lkw-Container, beladen mit Einsatzgeraeten fuer den Katastropheneinsatz

KAT19 - Feuerwehr hautnah: 15.000 Besucher stuermten den Tag der offenen Tuer am Gelaende des Landesfeuerwehrverbandes in Tulln.

Kinderfeuerwehr: Eine Premiere war die Gruendung der ersten Kinderfeuerwehr oesterreichs.
Ab sofort duerfen bereits 8jaehrige Maedchen und Buben der Feuerwehr beitreten - der Kinderfeuerwehr. Mit 10 Jahren werden sie in die Feuerwehrjugend uebernommen, mit dem 15. Geburtstag in den aktiven Dienst. Ab diesem Zeitpunkt duerfen sie bereits bei Einsaetzen mitfahren. Ein Projekt, das finanziell von der Sparkasse Niederoesterreich Mitte West AG und der Wiener Staedtischen Versicherung unterstuetzt wird.

99.000 Feuerwehrmitglied:

Waehrend andere Hilfsorganisationen ueber akuten Nachwuchsmangel klagen, zeigen junge Menschen noch immer grosses Interesse an der freiwilligen Feuerwehrarbeit. So konnte im Beisein von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner, deren Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner das 99.000 Mitglied begruesst werden.

Einsatzstatistik 2019

Brandeinsaetze 4.173 (+6%)
Technische Einsaetze 40.310 (-11%)
Brandsicherheitswachen 14.481 (-5%)
Gesamteinsaetze 64.368 (-8%)

Mitglieder 2019

Gesamtmitglieder: 99.608 (+1%)
Frauen: 7844 (+6%)
Jugend: 6237 (+5%)

Eingesetzte Mitglieder: 2,1 Millionen
Arbeitsstunden gesamt: 8 Millionen

HIER finden Sie das VIDEO zur Einsatzbilanz 2019 der Noe-Feuerwehren

Quelle: Niederoesterreichischer Landesfeuerwehrverband - www.noe122.at


Beitrag erstellt am 31. Jaenner 2020
Stefan Schneider