Einsatzübung – Brandeinsatz bei der Firma Feller GmbH in Günselsdorf
Am Freitagnachmittag, dem 30. Oktober 2026, um 15:00 Uhr, führte die Freiwillige Feuerwehr Günselsdorf gemeinsam mit den Feuerwehren Schönau an der Triesting, Sollenau (WN) und Teesdorf eine Einsatzübung durch. Das Übungsszenario spielte sich auf dem Gelände der Firma Feller GmbH ab, einem Produktions- und Industriebetrieb der Elektro- und Elektronikbranche in Günselsdorf.
Im Fokus standen das Kennenlernen des Betriebsobjekts hinsichtlich der Zufahrtsmöglichkeiten, das Arbeiten mit den trockenen Steigleitungen und der nassen Steigleitung, verschiedene Möglichkeiten der Löschwasserversorgung sowie die Durchführung von Innen- und Außenangriffen. Des Weiteren wurde die Zusammenarbeit mehrerer Feuerwehren erprobt, unter anderem mit Drehleiter und Atemluftcontainer der FF Sollenau.
Alarmierung und Lagemeldung
Gegen 15:00 Uhr löste ein Mitarbeiter über einen Druckknopfmelder die automatische Brandmeldeanlage (BMA) aus. Daraufhin wurde zunächst die Feuerwehr Günselsdorf zu einem B1 – Brandmeldeanlagenalarm alarmiert. Während der Anfahrt der ersten Einsatzfahrzeuge meldete der Mitarbeiter über den Notruf 122 der Bereichsalarmzentrale Baden (BAZ Baden) folgende Lage: Ein Brand der PV-Anlage bzw. des Daches des Betriebsobjekts „Extrusion“ mit starker Rauchentwicklung sowie ein weiterer Brand im Dachstuhl des Hauptgebäudes. Im Hauptgebäude sollten sich zudem noch vermisste Personen befinden. Aufgrund dieser Lage wurde seitens der BAZ-Baden die Alarmstufe auf B3 erhöht und die weiteren Feuerwehren nachalarmiert.
Eintreffen und erste Maßnahmen
Am Übungsobjekt eingetroffen, wurde der Einsatzleiter an der Hauptzufahrt vom Mitarbeiter eingewiesen. Der erste Einsatzbefehl galt der Brandbekämpfung und Menschenrettung im Dachstuhl des Hauptgebäudes. Das Kommandofahrzeug der Feuerwehr Günselsdorf richtete umgehend die Einsatzleitung an der Hauptzufahrt ein, um die Koordination der eintreffenden Einsatzfahrzeuge zu übernehmen.
Menschenrettung und Brandbekämpfung im Hauptgebäude
Die vermissten Personen im Hauptgebäude konnten von der Besatzung bzw. dem Atemschutztrupp des Tank 1 Günselsdorf unter Vornahme einer Löschleitung und mithilfe von Brandfluchthauben in Sicherheit gebracht werden. Anschließend führte der Atemschutztrupp des Rüstlösch 1 Schönau die Brandbekämpfung im Gebäude fort. Die Besatzungen von Rüstlösch Teesdorf und Rüstlösch 1 Schönau bauten eine Löschwasserversorgung von einem nahegelegenen Hydranten im Wohngebiet auf.
Einsatz am Objekt „Extrusion“ und Atemschutzsammelplatz
Die Löscharbeiten beim Dachbrand des Betriebsobjekts „Extrusion“ wurden von Rüstlösch 2 Schönau gemeinsam mit dem Atemschutztrupp Teesdorf durchgeführt. Dabei wurden zwei Personen auf dem Dach vorgefunden. Ihre Rettung erfolgte mithilfe der Drehleiter Sollenau. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung wurde Pumpe Günselsdorf am Werkskanal eingesetzt. Das Wechselladefahrzeug Sollenau mit Atemluftcontainer richtete einen Atemschutzsammelplatz ein.
Lageänderung und Nachlöscharbeiten
Im Laufe der Übung wurden weitere Lageänderungen festgestellt: Der Brand im Dachstuhl des Hauptgebäudes hatte sich auf das Dach ausgebreitet. Zur Brandbekämpfung von außen wurde die Drehleiter Sollenau mit dem Wenderohr in Stellung gebracht. Für die Nachlöscharbeiten im Dachbereich, die mithilfe eines Dachaufbaus auf einem Traktoranhänger simuliert wurden, musste das Dach mittels Motortrennschleifer geöffnet werden. Diese Arbeiten sowie die Sicherung der eingesetzten Kräfte übernahm Rüstlösch Teesdorf. Durch den drehenden Wind war auch das Dach des Südtraktes durch den Brand auf dem Gebäude „Extrusion“ gefährdet. Hier wurde Rüstlösch 1 Schönau unter Zuhilfenahme der nassen Steigleitung tätig.
Übungsende und Nachbesprechung
Nach rund 1,5 Stunden waren alle Befehle abgearbeitet. Die Einsatzleitung Günselsdorf meldete: „Übungsende – zum Abmarsch fertig!“ Anschließend konnte zur Übungsnachbesprechung übergegangen werden. Dabei wurden gemeinsam mit allen Führungskräften, den Übungsbeobachtern und der Firmenvertretung sowohl die gelungenen Abläufe als auch mögliche Verbesserungen besprochen.
Danksagung und Ausklang
Die Firmenvertretung sowie der Feuerwehrkommandant der FF Günselsdorf, HBI Christian Navrkal, bedankten sich bei den Einsatzkräften für ihre Teilnahme an der Übung. Ein herzlicher Dank gilt OBM Josef Zöchling, FT Gerald Skarics und OBI Sebastian Zöchling für die Ausarbeitung, Vorbereitung und erfolgreiche Durchführung dieser Einsatzübung. Im Anschluss wurden alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Imbiss ins Feuerwehrhaus Günselsdorf eingeladen.
Statistik und Fazit
Trotz der frühen Nachmittagsstunden nahmen insgesamt 51 Mitglieder mit neun Fahrzeugen an der Übung teil. Die Übung unterstrich einmal mehr die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der Feuerwehren sowie die ausgezeichnete Zusammenarbeit – auch über die Bezirksgrenzen hinweg.
Besonderer Dank
Ein besonderer Dank gilt der Firma Feller GmbH für die Möglichkeit, die Übung auf ihrem Betriebsgelände durchführen zu können, sowie für die Unterstützung bei der Übungsvorbereitung, insbesondere durch Herrn Suchanek. Ebenso bedanken wir uns herzlich für die Übernahme der Verpflegung. Für die sorgfältige Dokumentation der Übung möchten wir uns außerdem bei Bezirkssachbearbeiter ÖA Stefan Schneider bedanken.
Text: FF Günselsdorf
Fotos: BSB Stefan Schneider, FF Teesdorf
FF Günselsdorf, FF Schönau/Triesting, FF Teesdorf, FF Sollenau(WN)
Beitrag erstellt durch Stefan Schneider BFKDO BADEN
Einsatzübung – Brandeinsatz bei der Firma Feller GmbH in Günselsdorf
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