Schadstoffübung Medium 2017 bei der Fa. Hofer Trumau
Aufgrund mehrerer größerer Schadstoffeinsätze in den letzten Jahren im Bezirk Baden, fand aus diesem Anlass, am Samstag den 29. April 2017 eine großangelegte Schadstoff-Einsatzübung am Betriebsareal der Fa. Hofer KG (Lebensmittel/Einzelhandel Zentral Niederlassung OST) in Trumau, unter Beteiligung aller Schadstoffeinheiten des Bezirkes Baden, statt. Bezirkssachbearbeiter für Schadstoff Marcus Schwarz (FF Möllersdorf) und Feuerwehrkommandant Hauptbrandinspektor Gerhard Löw (FF Trumau) haben diese herausfordernde Übung ausgearbeitet und leiteten diese auch.
Schadstoffübung "Medium 2017" bei der Firma Hofer KG TrumauAnnahme des Ausgangsszenariums war ein Unfall bei durchgeführten Wartungsarbeiten im 2. Stock des Kühllagers, wobei das Rohrleitungssystem (Kühlleitung) beschädigt wurde und Ammoniak (UN 1005), in gasförmiger Konzentration, austrat. Mehrere Arbeiter der Wartungsfirma wurden dabei verletzt. Die Übungsschadenslage war so vorbereitet, dass die beiden Schadstoffstützpunktfeuerwehren des Bezirkes (Schadstoff- u. Deko-Einheit Möllersdorf mit Ergänzungskräfte) und (Schadstoff-Einheit Hirtenberg mit Ergänzungskräfte), sowie durch die zuständige Ortsfeuerwehr Trumau, unter Beteiligung des Unterabschnittes 3 des Feuerwehrabschnittes Ebreichsdorf, das Szenario abzuarbeiten hatten.
Im Vordergrund standen dabei die Kontrolle der aufliegenden Schadstoffalarmpläne, die Organisation / Einsatzleitung, Planung und Durchführung eines Messtechnikeinsatzes, sowie das Arbeiten unter Chemieschutzanzügen (CSA) der Schutzstufe 2 und 3.


Um 09:00 Uhr begann die Einsatzübung mit Auslösung eines Druckknopfmelders durch einen Betriebsangehörigen der Fa. Hofer. Daraufhin wird die örtlich zuständige Freiwillige Feuerwehr Trumau über die Feuerwehr-Bezirksalarmzentrale Baden zu einem TUS Alarm Fa. Hofer alarmiert. Bei der Ausrücke-Meldung des ersten Fahrzeuges der Feuerwehr Trumau, wurde dem Einsatzleiter bereits vom Brandschutzbeauftragen der Fa. Hofer mitgeteilt, dass es sich nicht um einen Brandmeldealarm, sondern definitiv um einen Schadstoffunfall im Kühllager handelt. Vermutlich Austritt von Ammoniak (2000 kg Lagermenge), mehrere Arbeiter werden vermisst. Die Evakuierung des Gebäudes ist derzeit im Gange und stechender Geruch im Gebäude kann wahrgenommen werden.

Nach Eintreffen an der Einsatzstelle erkundete der Feuerwehreinsatzleiter mit dem Brandschutzbeauftragen der Firma Hofer die Lage. Gleichzeitiges Vorgehen nach "GAMS Regel" durch die örtlichen Kräfte, unter ausrüsten eines Trupps der Feuerwehr Trumau mit Chemieschutzanzügen (CSA) Stufe3, zur Menschenrettung.

Ein Rettungsteam vom Arbeiter Samariterbund Traiskirchen-Trumau stand zum Schutz der Übenden ebenfalls zur Verfügung




Zusätzlich wird durch das Einsatzleitfahrzeug der FF Kottingbrunn eine eigene Schadstoffeinsatzleitung (Stabstelle Schadstoff) eingerichtet. Im Bereich des Deko-Platzes wird durch die Feuerwehr Ebreichsdorf ein Atemschutzsammelplatz eingerichtet.



























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Übungseinlage: Verkehrsunfall verursacht durch schaulustige Fahrzeuglenker!
Im laufenden Übungsgeschehen erfolgte dann die Einspielung eines weiteren Schadenszenarios durch die Übungsleitung. Im nord-westlichen Teil des Betriebsgeländes ereignete sich; aufgrund schaulustiger Fahrzeuglenker; ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei beteiligten PKWs und mehreren eingeklemmten Personen. Diesen Einsatzabschnitt übernahmen daraufhin sofort freie Einheiten der Feuerwehr Trumau und Oberwaltersdorf.

Gegen 10:00 Uhr erfolgt eine weitere Übungseinlage an die Schadstoffkräfte: Aufbau eines Messtechnikeinsatzes. Im Auftrag der Behörde soll eine Schadstoffmessung auf Ammoniak im Dachbereich, in der Produktionshalle und im Freigelände mittels Messgerät (Prüfröhrchen) durchgeführt werden. Diese Aufgabe übernahmen, unter Atemschutz, Kräfte der Feuerwehr Kottingbrunn. Sie wurden dabei mit der Drehleiter der Feuerwehr Ebreichsdorf unterstützt.


Mit 10:30 Uhr konnten alle Aufträge seitens der Feuerwehr, unter Beobachtung von vielen Feuerwehrfunktionären, Mitgliedern der Firmenleitung, Gästen aus anderen Bezirken, abgeschlossen werden und somit Übungsende gegeben werden. Eine fachliche Nachbesprechung wird es nach Auswertung aller Aufzeichnungen und Erkenntnisse, sowie gewonnener Erfahrungen, zu einem späteren Zeitpunkt geben.
Bezirksfeuerwehrkommandant Landesfeuerwehrrat Anton Kerschbaumer, Hauptbrandinspektor Walter Wistermayer (FF Wiener Neudorf u. Vorsitzender des Arbeitsausschusses Schadstoff u. Atemschutz im NÖ Landesfeuerwehrverband), Bezirkssachbearbeiter-Schadstoff Marcus Schwarz waren sich bei ihren Ansprachen einig, dass wieder die Schlagkraft bei dieser sehr herausfordernden Übung unter Beweis gestellt werden konnte. Gerade bei nicht alltäglichen Szenarien wie einen örtlichen Chemieunfall ist es wichtig, so realitätsnah wie möglich üben zu können. Dies ist am Gelände des Logistikzentrums mehr als gelungen.
im NÖ Landesfeuerwehrverband
Teilnehmende Feuerwehren
FF Trumau
FF Oberwaltersdorf
FF Ebreichsdorf / Sondergerät Abschnitt Ebreichsdorf- DLK und ATS-Container
FF Möllersdorf mit Schadstoffzug und Deko Einheit mit Ergänzungskräfte FF Baden Leesdorf, FF Baden Weikersdorf , FF Baden-Stadt, FF Kottingbrunn
FF Hirtenberg mit Schadstoffzug und Ergänzungskräfte FF Enzesfeld, FF Lindabrunn
Bericht: Marcus Schwarz, Rene Weiner u. Stefan Schneider
Fotos: Rene Weiner AFKDO Ebreichsdorf, Hans Dietl u. Patrick Friedl FF Möllersdorf
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Beitrag erstellt am 10. Mai 2017
Stefan Schneider BFK Baden

