Tierrettung Baden am 07.09.2024

Nahezu eine filmreife Rettungsaktion fand am Samstag, dem 07. September 2024, im Helenental bei Baden statt.
Spotty nach über 50 Stunden durch Feuerwehr aus Felshöhle gerettet! Ein Einsatz den wir nicht so schnell vergessen werden und mit Sicherheit auch einen Platz in unserem Jahresbericht 2024 finden wird.Der 5-Jährige Rüde Spotty" war bereits zuvor am Donnerstag (05. August 2024) im Zuge einer Wanderung gegen ca. 08:15h seinen Besitzern im Badener Waldgebiet (Helenental) entlaufen. Eine daraufhin stattgefundene Suchaktion, an der am Freitag (06.09.) sogar auch Suchhunde beteiligt waren, verlief leider ergebnislos. Auch über soziale Medien wurde bei Wanderer/Spaziergänger um Hilfe ersucht.
Freunde der Besitzerin gaben nicht auf und begaben sich Samstagfrüh (07.09.) neuerlich auf die Suche nach dem bereits zwei Tage lang vermissten Spotty und durchkämmten regelrecht das Waldgebiet zwischen Baden und Hoher Lindkogel im Helenental. Besonders das Gebiet wo die Suchhunde am Freitag die Spur verloren hatten und den Einsatz erfolglos abrechen mussten.
Dem reinen Zufall ist es zu verdanken, dass der Freund am Samstagvormittag nach einigen Stunden ein winseln des Hundes, mitten aus einem Steilhang abseits eines Weges im felsigen Gelände vernahm und Spotty endlich auffinden konnte. Jedoch musste dann bei der Feuerwehr um Hilfe gebeten werden, um ihn aus seiner Gefangenschaft" überhaupt befreien zu können.
Spotty dürfte am Donnerstag vermutlich einem Tier gefolgt sein und in ein tiefes Loch eines Felsen gestürzt sein. Dort gab es kein Zurück mehr und auf der anderen Seite der kleinen Felshöhle" versperrten mehrere Gesteinsbrocken den Ausgang. Deshalb wurde über Notruf 122 bei der Feuerwehr um Hilfe ersucht.
Bei der daraufhin äußert schweißtreibenden, sowie kräfteraubenden Rettungsaktion standen die Freiwillige Feuerwehr Baden Weikersdorf und FF Baden-Leesdorf insgesamt 4 Stunden lang im Hilfseinsatz. Schon alleine das Auffinden der Einsatzstelle war eine Herausforderung, denn über Notruf konnte keine Handyortung erfolgen. Deshalb wurde ein Treffpunkt in Baden bei der Eugenvilla vereinbart. Von dort machte man sich auf die Suche entlang des Schwechat-Flusses ins Helenental. Die Melderin fuhr mit den Feuerwehrleuten mit und konnte zwischendurch immer nur kurzzeitig mit ihrem Mann (der sich direkt an der Einsatzstelle befand) telefonieren um den genaueren Standort zu erfragen. Nachdem auch dieses fast nicht möglich war, kam er den steilen Berghang herunter zum Wegerl im Helenental, wo man sich besser absprechen konnte, bezüglich eines Zuganges für die Feuerwehreisatzkräfte.
Aufgrund der Steilheit entschied man sich jedoch den Großteil der Einsatzmannschaft, über einen auf Karte erkundeten Forstweg, von der Steinbruchgasse in Baden ins Waldgebiet zufahren zu lassen. Zumindest soweit man es konnte. Die letzten 200-300m mussten dann die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, samt aller benötigten Gerätschaften, zu Fuß bis zur Einsatzstelle zurücklegen der sich auf einem felsigen Steilhang befand.
Bevor man zu Spotty überhaupt näher vordringen konnte, war es notwendig einen ganz großen tonnenschweren Felsbrocken zu entfernen, der genau vor einem Felsspalt lag und wo sich dahinter der kleine Hohlraum mit dem Hund befand. Ein Zugriff von oberhalb des Hohlraumes, wo Spotty hineinfiel, war nicht möglich. Um den großen Felsbrocken wegdrücken zu können und auch noch zahlreiche andere Gesteinsbrocken zu entfernen, war der akkubetriebene Rettungs-Spreizer und ein kleiner tragbarer Stromgenerator der FF Baden-Leesdorf (um einen elektrischen Stemmhammer im unwegsamen Gelände betreiben zu können) äußert hilfreich. Auch andere Brechwerkzeuge kamen zum Einsatz. Doch auch der volle Körpereinsatz bzw. Muskelkraft unserer Feuerwehreinsatzkräfte war notwendig. Mit Unterstützung der anwesenden Privatpersonen wurde immer wieder mit Spotty kommuniziert. Nur in ganz kleinen Schritten war es dann möglich Stück für Stück zu Spotty vorzudringen. Dabei wurde von unseren Feuerwehrleuten ganz behutsam vorgegangen.
Nach 1,5 Stunden war es, bei hochsommerlicher Außentemperatur von um die 37 Grad, endlich soweit und Spotty konnte von der Feuerwehr aus seiner ungewollten Gefangenschaft befreit werden. Die überglückliche Hundebesitzern fieberte die ganze Zeit hautnah mit und war überglücklich als sie ihren Liebling wieder umarmen konnte. Das Spotty großen Durst hatte nach über 50 Stunden bräuchte man eigentlich nicht extra erwähnen. Verletzungen konnten nach seiner Befreiung nicht erkannt werden. Jedoch noch während der Befreiungsaktion wurde von der Feuerwehr mit einem Tierarzt kontakt aufgenommen um ihn dann anschließend sicherheitshalber untersuchen lassen zu können. In Begleitung der Besitzerin fuhren wir Spotty auch noch zu der Tierarztpraxis.
Doch mussten auch noch alle Gerätschaften, die hier in Verwendung standen, wieder über den steilen Fels-Hang zu den weit abseitsstehenden Einsatzfahrzeugen durch den Wald zurückgetragen werden.
Bericht: Stefan Schneider BFKDO BADEN
Fotos: Stefan Schneider BFK und Georg Mrvka FF Baden Weikersdorf
FF Baden Weikersdorf; FF Baden-Leesdorf
















































































































































































Beitrag erstellt am 08./11.09.2024
Stefan Schneider BFKDO BADEN


